Nistkasten bauen

So baust Du einen
Nistkasten für Mauerbienen

In diesem Insektenhotel können seltene Mauerbienen brüten.

Fotos & Text: Selbst ist der Mann

Wildbienenarten wie die Mauerbienen können sich im Garten als echte Nützlinge erweisen. Besonders im Frühjahr bestäuben sie eifrig u. a. Obstbäume, Sträucher und Gartenpflanzen. Da auch für Mauerbienen der Lebensraum zunehmend knapper wird, kann man den Insekten im Garten durch gezielt aufgestellte Nistkästen oder Insektenhotels helfen.

Beim Bau einer solchen Nisthilfe werden allerdings oft Fehler gemacht, die sich durch gute Planung sowie durch fachkundige Tipps vermeiden lassen.

Häufige Fehler bei Insektenhotels sind falsche Bohrungen im Holz; liegen die Bohrlöcher zu nahe beieinander oder wurden fälschlicherweise in das Hirn- statt in das Längsholz gebohrt, kann es zu störenden Rissen kommen.

Haben sich Mauerbienen erst einmal im Kasten eingenistet, ist es wichtig, dass der Garten den Insekten ein ausreichendes Nektar- und Pollenangebot zur Verfügung stellt.

Checkliste für Nistkasten bauen Checkliste für Nistkasten bauen

Das brauchst Du zum Bau der Nisthilfe für Mauerbienen:

SCHWIERIGKEIT
Fräsarbeiten erfordern zumindest Grunderfahrung; unter Umständen Hilfe holen.

WERKZEUGE

  • Oberfräse (ggf. im Baumarkt leihen)
  • Stichsäge mit Parallelanschlag
  • Akku-Bohrschrauber
  • Schreinerwinkel
  • Schmiege

ZEIT
Ein bis zwei Tage (inklusive Trockenzeit)

Materialliste für Nistkasten bauen Materialliste für Nistkasten bauen

Materialliste für den Bau des Insektenhotels:

Leimholz Fichte 18 mm dick:

  • 8x Stockwerk 160 x 160 mm
  • 2x Dachgiebel 150 x 50 mm
  • 2x Sockel 145 x 25 mm
  • 2x Dach 200 x 160 mm

Außerdem:

  • Schlossschraube mit Flügelmutter M6 x 150 mm
  • Holzleim
  • Gewebeband

Materialkosten ca. 25 Euro

Nistkasten bauen: Fräsen Nistkasten bauen: Fräsen

Hauptbestandteil des Nistkastens sind aufeinander gestapelte Nistbretter aus Kiefer oder Fichte.

Mit der Oberfräse werden nicht mehr als sechs Fräsnuten pro Brett und pro Seite in gleichmäßigen Abständen gefräst.

Nistkasten bauen: Seiten abschrägen Nistkasten bauen: Seiten abschrägen

Die Seiten der Nistplatten vorsichtig mit der Stichsäge abschrägen. Parallelanschlag zur Hilfe nehmen.

Die Bretter anschließend in der Mitte teilen, um die einzelnen Nistplatten zu erhalten.

Nistkasten bauen: Enden geschlossen lassen Nistkasten bauen: Enden geschlossen lassen

Bei allen Nistplatten ist es wichtig, dass die gefrästen „Gänge“ an einem Ende geschlossen bleiben.

Nistkasten bauen: Loch bohren Nistkasten bauen: Loch bohren

Für die später anzubringende Schlossschraube in die Mitte der Bretter ein Loch bohren.

Nistkasten bauen: Umrisse aufzeichnen Nistkasten bauen: Umrisse aufzeichnen

Auf ein weiteres Brett die Umrisse für die Dachgiebel aufzeichnen. Dabei hilft ein Schreinerwinkel.

Nistkasten bauen: Markierungen ausschneiden Nistkasten bauen: Markierungen ausschneiden

Anschließend die Dachgiebel entlang den Markierungen mit der Stichsäge ausschneiden.

Nistkasten bauen: Dach ermitteln Nistkasten bauen: Dach ermitteln

Die Giebel nutzen, um mit der Schmiege den Gehrungswinkel für das Dach zu ermitteln.

Nistkasten bauen: Winkel einstellen Nistkasten bauen: Winkel einstellen

Die Auflage der Stichsäge wird nun in dem ermittelten Winkel eingestellt.

Nistkasten bauen: Dach abschrägen Nistkasten bauen: Dach abschrägen

Auf einer Seite werden die Bretter für das Dach in dem eingestellten Gehrungswinkel abgeschrägt.

Nistkasten bauen: Drahtstifte einschlagen Nistkasten bauen: Drahtstifte einschlagen

Kleine Drahtstifte unter die Dachgiebel einschlagen und die Köpfe der Nägel entfernen. Durch diesen „Nageltrick“ verrutschen die Bauteile beim anschließenden Verleimen nicht.

Nistkasten bauen: Giebel befestigen Nistkasten bauen: Giebel befestigen

In die Mitte der Dachplatte ebenfalls ein Loch bohren. Die Giebel auf der Dachplatte befestigen und die Konstruktion zum Trocknen mit Klebeband sichern.

Nistkasten bauen: Schlossschraube einsetzen Nistkasten bauen: Schlossschraube einsetzen

Eine Schlossschraube durch die Löcher in der Mitte der Platten schieben. Eine Flügelmutter auf der anderen Seite
hält die Nistplatten zusammen, ohne dass sie verleimt werden müssen.

Nistkasten bauen: Sockel anbringen Nistkasten bauen: Sockel anbringen

Damit der Nistkasten trotz Flügelmutter stabil aufgestellt werden kann, werden auf der Unterseite Sockel angebracht. Dazu zwei Reststücke so anpassen, dass sie etwas höher als die Flügelmutter sind.

Nistkasten bauen: Sockel leimen Nistkasten bauen: Sockel leimen

Anschließend den Sockel unten an den Nistkasten leimen.

Nistkasten bauen: Klebeband befestigen Nistkasten bauen: Klebeband befestigen

Wie schon zuvor die Giebel wird auch das Dach vor dem Verleimen mit Klebeband zusammengehalten.

Nistkasten bauen: Dachseiten verleimen Nistkasten bauen: Dachseiten verleimen

Beide Dachseiten miteinander verleimen und zum Trocknen lose auf den Nistkasten-Giebel legen.

Nistkasten bauen: Dach bleibt lose Nistkasten bauen: Dach bleibt lose

Das Dach bleibt lose, sodass es sich jederzeit zur Reinigung abnehmen lässt.

Wenn sich die Mauerbienen im Herbst verpuppt haben, die Nistbretter unbedingt reinigen, um Parasitenbefall vorzubeugen.

Nistkasten bauen: Klebeband entfernen Nistkasten bauen: Klebeband entfernen

Sobald der Leim getrocknet ist, kann das Klebeband auch vom Dach vorsichtig entfernt werden.

Nistkasten auf Wunsch anschließend mit Bienenwachs (für rund 10 Euro im Handel erhältlich) behandeln – das Naturprodukt ist frei von Giftstoffen und veredelt das behandelte Holz nachhaltig.

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