Ein Bild von einem Bienenschwarm

Warum schwärmen
Bienen?

Wie alle Lebewesen möchten sich auch Honigbienen vermehren. Wenn das Wetter warm und sonnig ist, beginnt für die Tiere die Schwarmzeit, die aktivste Zeit im Bienenjahr. Für den Imker bedeutet das höchste Konzentration und viel Arbeit. Mindestens einmal in der Woche schaut er dann nach, ob bei seinen Bienen alles in Ordnung ist.

In diesen Weiselzellen wächst die Königin heran In diesen Weiselzellen wächst die Königin heran
So sehen die charakteristischen Weiselzellen aus, in denen neue Königinnen heranwachsen

In Schwarmstimmung

Bienen schwärmen, weil sie sich auf diese Weise natürlich vermehren. Dafür verlässt die alte Königin mit einem Teil der Arbeiterinnen den Bienenstock. Nur starke und gesunde Völker schwärmen. Ein Vorgang, der auch der Gesundheit dient.

„Durch das Schwärmen vermeiden Bienen Krankheiten, die sich im alten Volk ausbreiten können, verursacht durch Sporen und Parasiten“, erklärt Imker Frank Neuhaus. Deswegen betreibt er eine konsequente Wabenhygiene und erneuert jedes Jahr ein Drittel der Waben seiner Bienen. Dennoch hat ein freies Volk ohne Imker keine Überlebenschance, da es an geeigneten Lebensräumen fehlt und die Bienen ohne systematische Behandlung gegen die Varroamilben früher oder später eingehen.

Die Schwarmzeit liegt zwischen April und Juli und fällt somit in die Honigernte. Neuhaus versucht, das Schwärmen durch seine moderne Betriebsweise zu verhindern, da die Bienen für ihn ein Wirtschaftsfaktor sind: „Ein Volk, das geschwärmt ist, trägt kaum noch Honig ein.“

Der Imker erkennt aufkommende Schwarmstimmung am Bau von Weiselzellen, in denen eine Königin herangezogen wird. Da sie das Schwärmen vorbereiten, heißen sie auch Schwarmzellen.

„Meistens schwärmen Bienen aus Raummangel. Man muss ihnen dann entweder mehr Platz geben oder sie beschäftigen“, sagt Neuhaus. Mehr Platz bei starken Völkern schafft er durch „sanftes Schröpfen“, dem Bilden von Jungvölkern, den sogenannten Ablegern. Dafür entnimmt er bis Ende Mai dem Volk alle zwei bis drei Wochen eine Brutwabe mit 3/4 verdeckelter Arbeiterinnenbrut und eine handtellergroße Fläche offene Brut, aus denen die mit entnommenen rund 1.000 Arbeiterinnen sich eine neue Königin ziehen.

Neuhaus setzt alles mit einem Rähmchen inklusive Mittelwand zum Ausbauen und einer Futterwabe in eine neue Behausung. Sie muss mindestens drei Kilometer entfernt stehen, damit die Bienen nicht in ihr gewohntes Zuhause zurückfliegen.

Nach 16 Tagen hat das Volk eine neue Königin entwickelt, die nach dem Schlüpfen einen Begattungsflug macht. Dabei fliegt sie aus und lässt sich von mehreren Drohnen befruchten. So vermehrt und vergrößert sich das junge Volk. Nach der Begattung fliegt die Königin zu ihrem Volk zurück und beginnt sofort mit der Eilage.

Der Bau von Weiselzellen in einem Bienenvolk weist darauf hin, dass binnen weniger Tage die alte Königin mit einem Teil des Volkes auszieht und ein neues Zuhause sucht. Neuhaus muss diese Zellen frühzeitig erkennen und entfernen, indem er wöchentlich den Bienenstock kontrolliert.
Eine Lektion, die er erst lernen musste: „Ein Volk habe ich in den letzten fünf Jahren verloren, weil ich eine Weiselzelle übersehen habe.“ In so einem Fall bleibt nur noch zu hoffen, dass ein anderer Imker den Schwarm einfängt und versorgt.