So fühlt sich der Eukalyptus wohl

Der Eukalyptus hat den Globus erobert – wer ihn vor Frost schützt, kann auch hierzulande Freude an ihm haben. Wir sagen Dir, wie Du ihn richtig pflegst.

Woher kommt der Eukalyptus?

Ursprünglich stammt der Eukalyptus aus Tasmanien und Australien, auch in Teilen Indonesiens ist er heimisch.

„Down Under“ machen die Bäume fast drei Viertel des Waldbestands aus. Dort wachsen sie bis zu 70 Meter und höher, das größte jemals gefällte Exemplar des Riesen-Eukalyptus (Eucalyptus regnans) maß 132 Meter.

Eukalyptus wächst aber nicht nur hoch, sondern auch ziemlich schnell. Das machte ihn ab dem 19. Jahrhundert als Holzlieferant für die Papierindustrie sehr interessant. Damit begann der Siegeszug des beeindruckenden Australiers um die ganze Welt.

Heute werden bestimmte Eukalyptusarten – es gibt rund 600 davon – in mehr als 90 Ländern weltweit angebaut. In Australien sind Eukalyptuswälder der bevorzugte Lebensraum der Koalabären, die sich von Rinde und Blättern des Eukalyptus ernähren und auch in den Bäumen leben und schlafen.

So pflegst Du Deinen Eukalyptus

Am verbreitetsten als Garten- oder Kübelpflanze ist hierzulande Eucalyptus gunnii, der Mostgummi-Eukalyptus. Wegen seiner hübschen silberblauen Blätter wird er auch als Tasmanischer Blaugummibaum bezeichnet – obwohl er mit dem, was wir sonst als Gummibaum kennen, wenig gemeinsam hat und auch nicht verwandt ist.

Ein Grund für seine Beliebtheit: Er kommt mit unserem europäischen Winter noch am besten klar. Trotzdem wünscht er sich, wenig überraschend, viel Sonne und braucht auch viel Wasser, besonders während der Wachstumsphase von April bis Oktober.

Wasser und Boden sollten nicht zu kalkhaltig sein, und besonders Kübelpflanzen wollen nicht nur regelmäßig gegossen, sondern auch gedüngt werden. Dabei solltest Du Staunässe trotzdem ebenso vermeiden wie ein Austrocknen der Erde.

In humusreicher, sandig-lehmiger, lockerer Erde wächst der immergrüne Baum nicht so in den Himmel wie seine großen Brüder in Australien, erreicht aber im Freien relativ schnell eine Wuchshöhe von drei bis fünf Metern. Jungpflanzen legen schon mal 50 Zentimeter pro Jahr zu.

Regelmäßiges Zurückschneiden im März sorgt dafür, dass der Eukalyptus dabei schön buschig wird.

So überwinterst Du Deinen Eukalyptus

Eukalyptusbäume lieben es warm und sonnig, dagegen mögen sie keinen Frost. Kein Wunder bei der Herkunft!

Auch wenn Eucalyptus gunnii gern als „winterhart“ verkauft wird, tust Du ihm keinen Gefallen, wenn Du ihn im Freien während des Winters einfach sich selbst überlässt. Bei starkem und lang anhaltendem Frost solltest Du den Stamm mit Stroh- oder Kokosmatten umwickeln, damit er nicht reißt, und auch die Basis etwas mit natürlichem Isoliermaterial wie Laub, Stroh oder Rindenmulch schützen.

Kübelpflanzen bekommen idealerweise ein Winterquartier mit Temperaturen zwischen 5 und maximal 15 Grad, damit der Baum auch wirklich eine Ruheperiode einlegt. Dabei braucht er allerdings einen hellen Standort, denn wenn es ihm zu dunkel ist, wirft er aus Protest seine schönen Blätter ab.

Ein Wintergarten oder Gewächshaus sind also das perfekte Winterquartier. Ab April darf der Eukalyptus wieder ins Freie; wenn Du auf Nummer Sicher gehen willst, wartest Du noch die Eisheiligen ab.

Eukalyptus gegen Halsschmerzen und Insekten

Wir kennen den typischen Geruch und Geschmack vom Eukalyptusbonbon: Frisch, kühl und sehr wohltuend für Hals und Rachen, wenn das Wetter kalt ist oder der Hals rau.

Was uns so gut tut, ist das ätherische Öl. Manche Eukalyptusarten produzieren es quasi zur Selbstverteidigung, es schützt ihre Blätter vor gefräßigen Insekten. Das funktioniert auch in Deinem heimischen Garten, auf der Terrasse oder dem Balkon, wo das frische Aroma von Eukalyptusblättern im Sommer die Mücken fernhält.

Schon lange vor dem Eintreffen der weißen Eroberer nutzten die australischen Aborigines den Eukalyptus als Heilpflanze. Heute ist China der weltweit größte Produzent von Eukalyptusöl. Es findet sich in vielen Erkältungsmitteln und Badezusätzen und wirkt ähnlich wie Teebaumöl keimtötend. Auch zum Einreiben bei Muskelschmerzen und Rheuma wird es empfohlen.

So blüht ein Eukalyptus

Die cremeweißen bis gelblichen, puscheligen Blüten von Eucalyptus gunnii sind etwas Besonderes. Es sind hier nicht die Blütenblätter, sondern die langen Staubfäden, die ihre Gestalt ausmachen. Wenn Dein Eukalyptus Dich mit diesem exotischen Anblick belohnt, hast Du alles richtig gemacht!

Dabei ist die Besonderheit, dass sich der Eukalyptus zwar mit seiner Wachstumsperiode unseren Jahreszeiten anpasst, seine Blüte allerdings unbeirrt im australischen Sommer erlebt, also zwischen Dezember und Februar. Meist zeigt sie sich aber erst nach mehreren Jahren.

Eine schöne Variante ist der Rote oder Purpur-Eukalyptus (Eukalyptus ficifolia), dessen feuerrote Blüten einen reizvollen Kontrast zu den silbrig-grünblauen Blättern bilden. Er ist leider nicht frosthart und eignet sich daher nicht fürs Freiland. Im Wintergarten dagegen ist er zur Blütezeit eine Augenweide!