Gemüse-Anbau im Hochbeet:
So wird’s gemacht

Mit einem Hochbeet kann man Gemüse auch in kleinen Gärten problemlos anbauen. Unsere Autorin Antje große Feldhaus verrät Dir, worauf es beim Gemüse-Anbau im Hochbeet ankommt.

In einem Hochbeet findet Gemüse auch auf kleinem Raum Platz

Antje große Feldhaus ist ein großer Fan von Hochbeeten. Sie peppen ihren Küchengarten auf und schenken ihr eine reiche Ernte.

Noch bevor die ersten warmen Sonnenstrahlen die Forsythie zum Leuchten bringen, radelt Antje so oft wie möglich zu ihrem 700 Quadratmeter großen Schrebergarten.

Sie düngt die Beete, schneidet die eine oder andere Staude zurück und füllt ihre Hochbeete auf. Denn als passionierte Gärtnerin möchte sie gut vorbereitet in die Saison starten.

Am liebsten verbringt sie Zeit in ihrem Küchengarten – auch weil sie in den vergangenen sechs Jahren sehr viel Arbeit in den vernachlässigten Bereich investiert hat.

Bei der Übernahme des Schrebergartens hatten dort Quecke, Giersch und ein paar wilde Brombeeren das Sagen. Nun geben rund um den alten Apfelbaum und in ihrem Gewächshaus Obststräucher, Kräuter, essbare Sommerblumen und Einfassungen aus Lavendel und Schnittlauch den Ton an.

Ein Hochbeet mit Gemüse macht weniger Arbeit

Im Herzstück des Küchengartens thronen drei Hochbeete aus recyceltem Kunststoff. Seitdem Antje die Hochbeete gebaut hat, klappt es auch wunderbar mit dem Gemüseanbau. Zuvor fiel ihre Ernte in den eigens dafür angelegten Beeten Jahr für Jahr eher mager aus.

Obwohl sie streng auf die Regeln der Fruchtfolge achtete und nur Gemüse und Kräuter nebeneinander pflanzte, die sich gut verstehen. Aber der fette lehmige Boden behagte Möhren und Salaten gar nicht. Obendrein fühlten sich die Wühlmäuse und Schnecken geradezu eingeladen, an den Stängeln und Knollen von Kohl, Zuckerhut und Roter Bete zu nagen.

Doch das ist für Antje Schnee von gestern. Denn der sonnig-warme Standort der Hochbeete und das geschichtete Innenleben garantieren, dass alle Gemüse und Kräuter gesund und munter wachsen. Zudem machen die Hochbeete ihr wenig Arbeit.

Sie muss nur im zeitigen Frühjahr die fehlenden Zentimeter mit einem Gemisch aus Kompost und Gartenerde aufschütten, die im Laufe des Jahres beim Verrotten der Schichten gesackt sind.

Am besten unkompliziertes Gemüse im Hochbeet pflanzen

Nach dem Befüllen kann Antje mit dem Aussäen und Bepflanzen loslegen. In den Hochbeeten muss nicht alles schnurgerade zugehen.

Am besten gefällt ihr ein sinnvolles Durcheinander von Sommerblumen, einjährigen Kräutern und Gemüse.

Im Frühling sät sie gern schnelle und unkomplizierte Arten wie Kohlrabi, Radieschen und Spinat aus, die schnell Platz machen für Rote Bete, Lauch und Kopfsalat. Hier und da streut sie Gewürztagetes und Ringelblumen ein.

Nicht nur weil sie die Bodenqualität verbessern und Schädlinge vertreiben, sondern, weil sie so schön leuchten!

Für Dauergäste wie Erdbeeren hat sie noch keinen Platz. Denn der Sommer gehört den Tomaten, Paprika und Zucchini. Aber das will sie bald ändern. Der Ort für zwei weitere Hochbeete ist bereits gefunden.

Mit Saatbändern lässt sich Gemüse im Hochbeet einfach aussäen

Radieschen sind dankbar, denn man braucht sich nicht groß um sie kümmern. Für frühe Aussaat-Termine gibt es spezielle Sorten, die man bereits nach vier bis sechs Wochen ernten kann.

Im Frühling kauft Antje die Samen von Radieschen als Saatbänder. So erspart sie sich das mühselige Vereinzeln der kleinen Pflanzen. Das Saatband auszulegen, geht schnell.

Damit das Saatband auf ganzer Länge feucht ist und einen guten Bodenkontakt hat, gießt sie es zweimal an: Gleich nach dem Einlegen und sobald das Saatband mit Erde bedeckt ist

Unkomplizierte Salate sind das perfekte Gemüse für ein Hochbeet

Grüne Buttersalate ‘John’ und rote Kopfsalate ‘Salanova’ sehen nicht nur gut aus!

Da sie resistent gegen Falschen Mehltau und grüne Blattläuse sind, brauchen sie nicht viel Aufmerksamkeit.

Kohlrabi und Zucchini Kohlrabi und Zucchini

Dieses Hochbeet-Gemüse darf nicht fehlen

Blauer Kohlrabi und gelbe Zucchini sind ausdrucksstarke Gäste.

Zucchini ist anders als Kohlrabi sehr platzbedürftig. Am besten pflanzt man sie an den Rand, wo ihre Früchte überhängen.

Hochbeete sind wie eine natürliche Heizung

Durch das Aufschichten verschiedener organischer Materialien bildet sich viel Humus im Hochbeet. Er versorgt die Pflanzen über mehrere Jahre mit wertvollen Nährstoffen. Da beim Verrotten auch Wärme entsteht, funktioniert das Schichtsystem wie eine natürliche Heizung. So ist es möglich, dass man im Hochbeet früher aussäen kann. Zugleich erklärt es die im Vergleich zu normalen Gemüsebeeten höheren Erträge. Beim Verrotten sackt die Füllung des Hochbeets nach und nach in sich zusammen. Im Frühjahr muss daher jährlich etwas Gartenerde und Kompost aufgefüllt werden. Nach etwa fünf bis sieben Jahren sollte man das Hochbeet mit frischem Material schichtweise neu befüllen.