Misteln: Zwischen Zaubertrank
und Küssen zur Weihnachtszeit

Im Winter, wenn das Laub von den Bäumen fällt, sieht man sie schon von weitem: Misteln. Als große, immergrüne Kugeln hängen sie in der Baumkrone.

Zur Weihnachtszeit halten Misteln auch in immer mehr Wohnungen Einzug. Hier erfährst Du ein bisschen mehr über sie.

Misteln sind (Halb-)Schmarotzer

Misteln wachsen ausschließlich auf anderen Bäumen – sie haben keine eigene Verbindung zum Erdboden. Zwar nimmt die Pflanze dem Baum, auf dem sie lebt, keine Nährstoffe weg – dafür zapft sie aber seine Wasserleitungen an.

Vor allem auf Streuobstwiesen werden Misteln zunehmend zum Problem. Auf Bäumen, die nicht regelmäßig gepflegt werden, kann sich die Mistel unkontrolliert ausbreiten. So lange, bis der Baum ernsthaft Schaden nimmt.

Drei Arten Misteln in Deutschland

Weltweit gibt es rund 70 verschiedene Mistelsorten. In Deutschland sind drei Arten verbreitet. Ihren Namen haben sie von ihrem Wirtsbaum: Es gibt die Tannen-Mistel, die Kiefern-Mistel und die Laubholz-Mistel.

Die Laubholz-Mistel fühlt sich auf verschiedenen Laubbäumen wohl. Sie ist auch die, die Streuobstwiesen gefährdet.

Vögel helfen bei der Verbreitung der Misteln Vögel helfen bei der Verbreitung der Misteln

Vögel helfen bei der Verbreitung der Misteln

Bei der Verbreitung sind Misteln auf fremde Hilfe angewiesen. Vor allem auf die von Vögeln.

Nach einer eher unscheinbaren Blüte trägt die Mistel viele kleine, weiße Beeren. Sie dienen im Winter vielen Vögeln als Futter – und tragen so zur Ausbreitung der Misteln bei.

Einerseits ist das Fruchtfleisch der Beeren äußerst klebrig, die Vögel müssen sich immer mal wieder den Schnabel abputzen und verteilen so die Samen an Bäumen. Zum anderen verbreiten sich die Mistelsamen auch über den Vogelkot auf Ästen anderer Bäume.

Heilkraft der Misteln

Manch einer kennt Misteln auch aus den Asterix-Comics – da sind sie ein wichtiger Bestandteil des Zaubertranks, der Asterix & Co. unbesiegbar macht.

Was weniger bekannt ist: Bei den Germanen und Kelten galten Misteln tatsächlich als Pflanze mit Wunderkräften. Druiden ernteten sie mit einer goldenen Sichel, wichtig war, dass die Mistel nie den Boden berührt.

In der Naturheilkunde wird die Mistel auch heute noch eingesetzt. Hier dient sie vor allem als Blutdrucksenker und als ergänzende Therapie bei Krebspatienten.

Misteln in der Weihnachtszeit

In der Weihnachtszeit erfreut sich die Mistel mit ihren hellgrünen Blättchen und den kleinen, weißen Beeren zunehmend großer Beliebtheit: Oft wird sie an die Decke oder über einen Türrahmen gehängt.

Besonders in den USA und Großbritannien ist der Brauch verbreitet, sich darunter zu küssen.

Paare, die sich darunter küssen, so heißt es, bleiben für immer zusammen. Ob's stimmt? Da hilft wohl nur ausprobieren...