Gartenteich anlegen und pflegen

Gartenteich anlegen
und pflegen

Seit jeher zieht es Menschen ans Wasser. Kein Wunder, dass da ein Gartenteich für viele das Herzstück eines gelungenen Gartens ist. Dabei ist ein Teich im Garten nicht nur schön anzusehen. Er bietet darüber hinaus auch Lebensraum für viele unterschiedliche Teichbewohner.

Damit Du vom ersten Tag an Freude an Deinem Gartenteich hast, verraten wir Dir hier alles über das Anlegen des Gartenteichs und die richtige Pflege.

Gartenteich richtig anlegen Gartenteich richtig anlegen

Gartenteich anlegen: Kann ich das wirklich selbst machen?

Fertigteiche in verschiedensten Formen und Größen machen den Teichbau relativ einfach. Du musst nur über den passenden Standort entscheiden – Umriss und Form geben das Becken vor. Beim Ausheben der Grube am besten etwa 10 cm zusätzlichen Raum für Sand zum Einschlämmen berücksichtigen. Dann wird das Becken eingesetzt und ausgerichtet. Mit etwas Wasser befüllen und den Zwischenraum einschlämmen.

Neben der einfachen Anlage hat die Nutzung einer Teichschale einen weiteren Vorteil: Beim Umzug kannst Du sie einfach mitnehmen.

Wenn Du es individueller in Größe und Form möchtest, kannst Du den Teich mit Teichfolie auskleiden. Je nach gewünschter Größe des Teichs kann hier der Einsatz eines Minibaggers nötig sein, um die Teichzone auszuheben.

Wichtig: Jeder Teich braucht unterschiedliche Tiefenzonen. Damit das Wasser im Winter nicht bis zum Boden gefriert, braucht der Teich eine Tiefe von mindestens 80 cm. Wenn Du Fische halten möchtest, sollte der Teich sicherheitshalber mindestens 1 m tief sein.

In 6 Schritten: So legst Du einen Gartenteich an

Teich anlegen: Vorbereitungen Teich anlegen: Vorbereitungen

1. Die Vorarbeiten

Vor dem ersten Spatenstich markierst Du die Form des Teichs im Garten mit einer Schnur auf dem Rasen.

Auch die verschiedenen Tiefenzonen markierst Du am besten mit Sand oder Kies. So kannst Du den Standort vor dem Aushub noch einmal kritisch überprüfen. Auch Deinen Folienbedarf kannst Du so deutlich einfacher berechnen.

Teich anlegen: Aushub Teich anlegen: Aushub

2. Die Grube wird ausgehoben

Jetzt kannst Du den Teich schrittweise ausheben. Gut gewachsene Grassoden solltest Du dabei beiseitelegen; sie können Dir später dabei helfen, den Rand zu gestalten und Kabelkanäle zu verbergen.

Die Tiefe der Sumpfzone beträgt bis zu 10 cm, die der Flachwasserzone (maximal 30°abfallend) bis zu 50 cm, die der Tiefwasserzone 60 bis 100 cm.

Teich anlegen: Unterbau Teich anlegen: Unterbau

3. Unterbau vorbereiten

Bei jedem Bauschritt solltest Du kontrollieren, dass die geplanten Maße eingehalten werden. Stelle mit Brett und Wasserwaage sicher, dass auch die Ränder in Waage sind.

Vor dem Ausrollen der Folie muss der Boden der Grube frei von Steinen, Wurzeln und jeder Form von scharfen Kanten sein. Ein Vlies (empfehlenswert!) schützt die Folie zusätzlich.

Teich anlegen: Folie auslegen Teich anlegen: Folie auslegen

4. Die Folie wird ausgelegt

Versuche immer, die Folie mit so wenig Falten wie möglich zu verlegen. Hier könnte sich später Sediment festsetzen. Das Positionieren der Folie geht bei höheren Temperaturen im Frühjahr oder Sommer deutlich einfacher.

Den Rand schützt Du zusätzlich mit einer Rhizomsperre (Wurzelschutz) und sicherst ihn mit flachen Ziegelsteinen.

Teich anlegen: Befüllen Teich anlegen: Befüllen

5. Wasser marsch!

Bevor Du den Teich befüllst, musst Du den eventuell vorgesehenen Teichkies einbringen. Auch ist es hierbei sinnvoll, bereits jetzt die Standorte von Gerätschaften wie Teichpumpe, Filter und ggf. Wasserspiel vorzubereiten.

Dann befüllst Du den Teich zu einem guten Drittel. Der Wasserdruck strafft die Folie ein wenig.

Teich anlegen: Bepflanzen Teich anlegen: Bepflanzen

6. Der Teich wird eingerichtet

Beginne bei der Bepflanzung mit der Tiefwasserzone und arbeite Dich zum flachen Bereich vor. Über den oberen Rand ragende Böschungsmatten schützen die Folie vor UV-Strahlung und geben den Pflanzen im Uferbereich Halt.

Teichsubstrat, vorsichtig eingeschlämmt, verbessert die Lebensbedingungen. Zum Schluss installierst Du Pumpe, Filter & Co.

Der Gartenteich und seine unterschiedlichen Zonen

Pflanzen wie Seerose, Sumpfdotterblume oder Hechtkraut setzen bunte Farbtupfer auf Deinem Gartenteich. Doch nicht jede Pflanze mag jede Wassertiefe.

Wo Du was am besten anpflanzen solltest, und was es sonst zu beachten gibt, erfährst Du in diesem Teich-Querschnitt. Ein Kick auf die jeweiligen Punkte öffnet weitere Infos.

Außerhalb der Teichfolie ist der Boden nicht feuchter als im Garten. Deshalb wachsen hier Gartenstauden: Taglilie, Prachtspiere und Frauenmantel.

Die Sumpfzone reicht von 10 cm unterhalb der Wasserkante bis 10 cm darüber. Dort ist der Boden teilweise unter Wasser. Sumpfdotterblume und Fieberklee fühlen sich hier wohl.

In der anschließenden Flachwasserzone fällt der Grund bis auf 50 cm Wassertiefe ab. Hier leben Hechtkraut, Blumenbinse, Pfeilkraut und Froschlöffel.

Die Tiefwasserzone (60 bis 100 cm) sollte nicht mehr als die Hälfte der Fläche des Teichs einnehmen. Ideal für See- und Teichrosen, Wasserschlauch und Krebsschere.

Quelle und Bachlauf: Schön, wenn das Wasser wie in der Natur in den Teich plätschert. Den Aushub der Baugrube verwendet man zum Modellieren dieser Zonen.

Filter und Pumpe schaffen Abhilfe, wenn das Teichwasser trüb und grün ist. Es wird in der Tiefe des Teichs von einer Pumpe aufgesogen und zum Filter geleitet. Von dort fließt es über den Bachlauf wieder zurück in den Teich.

Die Folie muss am Teichrand rundherum über das Niveau des umgebenden Erdreichs hinausgeführt werden, sonst wird das Wasser aus de Teich gesogen. Die Kapilarsperre kann zwischen Steinen fixiert und unter Teichmatten versteckt sein.

Fische, Frösche, Vögel: Damit sie als Wasserspeier am Teichrand mit ihrem Wasserstrahl für erholsames Plätschern sorgen, saugt eine kleine Elektropumpe das Wasser aus dem Teich.

Der perfekte Platz für Deinen neuen Gartenteich

Grundsätzlich hält man sich gern am Wasser auf. Ein Teich wird daher oft an der Terrasse oder in der Nähe von Sitzplätzen angesiedelt.

Ist der Garten etwas abschüssig, empfiehlt sich die tiefste Stelle des Gartens. Parallel muss man darauf achten, dass der Teich nicht unmittelbar unter Bäumen liegt, aber auch nicht mehr als 5 Stunden der direkten Sommersonne ausgesetzt ist. Eine übermäßige Erwärmung des Wasser fördert das Algenwachstum.

Hilfe, Algen im Teich!

Zu viele Algen bedeuten, dass das ökologische Gleichgewicht gestört, sprich der Stickstoffgehalt zu hoch ist. Das wiederum fördert das Algenwachstum, welches den Sauerstoff im Wasser vernichtet.

Doch wie ist es so weit gekommen? Wer die Ursache(n) kennt, kann langfristig etwas dagegen tun: zu wenige Teichpflanzen, zu viele Fische, deren Kot und Reste von Fischfutter, vermoderte Pflanzen und Laub, viel Schlamm am Boden oder auch Rasendünger, der bei Regen hineingespült wird.

Wenn dann auch noch ein Übermaß an Sonne dazukommt, kann der Teich schnell kippen. Nun ist es natürlich möglich, die Algen zunächst mit einem Algenbekämpfungsmittel anzugehen und den Boden beispielsweise mit einem speziellen Teichschlammsauger zu reinigen.

Möglichkeiten, Algen im Teich auf natürliche Art zu bekämpfen:

  1. Den Teich mit 10 – 20 Liter Wasser aus einem gesunden Teich „impfen“.
  2. Sogenannte Starter-Bakterien einsetzen, die organische Abfallstoffe gezielt abbauen.
  3. Einen mit Stroh gefüllten Strohsack bis zu 5 Wochen in den Teich legen. Während sich das Stroh zersetzt, verbraucht es Unmengen an Stickstoff.

So pflegst Du Deinen Gartenteich

Auch ein Gartenteich braucht Pflege. Wir erklären, von wann bis wann die Fische im Teich Futter brauchen, wann man am besten Pflanzen zurückschneidet und mehr.

Ein Klick auf die Punkte öffnet die jeweilige Jahreszeit und verrät Dir, was dann am Teich zu tun ist.

Teichpflege im Frühling: Arbeitsauftakt

  • Ab 12 °C Wassertemperatur kann’s losgehen
  • Lücken in der Teichbepflanzung füllen
  • Bei Fischbesatz langsam anfüttern
  • Schäden am Ufer – z. B. durch Eis – beheben
  • Mit einem Schlammsauger den Grund reinigen
  • Teichwasser testen (pH-Wert, Nitrit-/Nitrat-Gehalt) und ggf. Teilwasserwechsel durchführen
  • Alle Pumpen, Filter und UVC-Klärer durchchecken und anschließend in Betrieb nehmen.

Teichpflege im Sommer: Rundum-Pflege für den Gartenteich

  • Bei großer Hitze regelmäßig den Wasserspiegel und die Temperatur prüfen – bei mehr als 22 °C bzw. zu viel Verdunstung kaltes Wasser zugeben
  • Wasserwerte regelmäßig kontrollieren
  • Bei starkem Wachstum Pflanzen schneiden und abgestorbene Teile entfernen
  • Gegen Algen UVC-Teichklärer einsetzen bzw. Algen zusammen mit Wasserlinsen abfischen
  • Teichpumpe und Teichfilter 24 Stunden laufen lassen – für genug Sauerstoff im Wasser

Teichpflege im Herbst: Ruhephase einleiten

  • Unter 12 °C Wassertemperatur Fütterung einstellen
  • Abgestorbene Pflanzenteile und Laub stets abfischen bzw. mit Laubschutznetz vorbeugen
  • Nicht winterharte Teichrandpflanzen ausgraben und frostfrei überwintern
  • Teichboden mit Schlammsauger säubern
  • Rohrkolben, Schilf u. Ä. kurz über der Wasserlinie abschneiden – zum späteren Gasaustausch bei geschlossener Eisfläche
  • Teichtechnik entfernen, reinigen und frostfrei lagern

Teichpflege im Winter: Wichtige Handgriffe

  • Fische ggf. ins Überwinterungsquartier umsetzen, außer der Teich ist mind. 100 cm tief
  • Über der tiefsten Stelle im Teich einen Eisfreihalter gegen komplettes Zufrieren einsetzen, sonst können Sauerstoff und Faulgas nicht entweichen
  • Wenn vorhanden, Laubschutznetz vor dem ersten Schneefall entfernen
  • Eisfläche mit dem Besen von Schnee reinigen, damit Licht das Wasser erreicht