Natürlich gärtnern:
7 bewährte Tipps

Immer mehr Gartenfans möchten in ihrem grünen Reich natürlich gärtnern. Mit diesen sieben Tipps hilfst Du Tieren, schonst Ressourcen – und Deinen Geldbeutel.

1. Grüne Kinderstube

Um von Anfang an natürlich zu gärtnern, greifst Du am besten schon bei der Anzucht von Sämlingen statt zu Plastiktöpfchen lieber auf handelsübliche Eierkartons zurück.

Die durchs Gießwasser aufgeweichten Gefäße werden nämlich später im Garten einfach mit ausgepflanzt. Eierkartons sind für Pflanzen mit großen Samen besonders praktisch: Fülle die Schachteln mit Aussaaterde, lege Samen von Sonnenblumen & Co. aus und halte die Erde feucht.

Vor dem Auspflanzen trennst Du die einzelnen Segmente dann einfach ab und entfernst bei Bedarf den Boden. Denn die Pappe ist für sehr feine Wurzeln sonst schwer zu durchdringen.

Tipp: Auch zum Vorkeimen von Kartoffeln kannst Du die Eierkartons nutzen.

Schmetterling Schmetterling

2. Futterpflanzen für Insekten

Wer in seinem Garten lieber natürlich gärtnern möchte, braucht auf jeden Fall Futterpflanzen für die kleinen Gartenbewohner.

Brennnesseln sind für manche Menschen ein lästiges Unkraut, aber für Schmetterlinge wie Tagpfauenauge, Kleiner Fuchs oder Admiral sind sie überlebenswichtig. Denn ihre Raupen ernähren sich ausschließlich vom Laub der Brennnesseln. Lasse Urtica dioica, so ihr botanischer Name, also in ungenutzten, windgeschützten Gartenecken stehen. Brennnesseltriebe ohne Raupen kannst Du sehr gut im Garten verwerten: Verteile das Laub beispielsweise als nahrhaften Bio-Mulch im Gemüsebeet, z.B. zwischen Tomaten, oder stelle eine nährstoffhaltige Pflanzenjauche daraus her.

3. Auch mit Kies ist
ein natürliches Gärtnern möglich!

Genügsame Pflanzen kommen fast ohne Gießen aus. Besonders beliebt sind:

  • Duftnessel (Agastache)
  • Eisenkraut (Verbena bonariensis)
  • Lavendel (Lavandula)
  • Schafgarbe (Achillea)
  • Prachtkerze (Gaura)

Auch viele Gräser sind äußerst genügsam. Nicht umsonst haben sie sich auch im öffentlichen Grün bewährt – die Top-Empfehlung für den Garten!

Nötig sind volle Sonne und durchlässige Erde, damit’s in feuchten Wintern keine Probleme gibt. Lehmboden machst Du mit Sand oder Splitt durchlässiger. Wer mag, kann das Beet dünn mit Kies bedecken. Das hat nichts mit den lieblosen Steinwüsten vieler Vorgärten zu tun, sondern dient als Mulchschicht.

Bis sich die neu gesetzten Pflanzen am Standort eingelebt haben, solltest Du das Beet normal gießen.

4. Grüne Dächer für die Umwelt

Zusätzlichen Lebensraum bietet eine pflegeleichte Dachbegrünung – aber kaum jemand kann oder will das ganze Dach seines Wohnhauses bepflanzen.

Tipp: Auf einem Vogelhäuschen gelingt dieses Projekt ganz einfach im Kleinformat! Im Winter freuen sich die Vögel über einen Happen Körner, im Sommer wird das Vogelhaus während der Blütezeit zum beliebten Fly-In-Restaurant für Insekten. Die Begrünung mit Mauerpfeffer, Fetthenne und anderen Sukkulenten ist pflegeleicht, dauerhaft und mehrjährig, das Haus sollte in voller Sonne stehen.

Man deckt es zunächst mit Dachpappe ab und schraubt eine Leiste auf den Dachrand. Dabei kleine Lücken für den Wasserabzug lassen. Mit Vlies auslegen, Substrat einfüllen, bepflanzen und in den ersten 2 bis 3 Wochen täglich gießen.

Regentonne im Fass-Design Regentonne im Fass-Design

5. Wasser sammeln ist das A und O, wenn man natürlich gärtnern möchte

Gießwasser ist teuer und sollte nicht verschwendet werden, da lohnt sich eine Regentonne!

Das Sammeln des Niederschlagswassers spart nicht nur bares Geld: Da es keinen Kalk enthält, wird es von allen Pflanzen gut vertragen.

Kleine Regenmengen kann man über eine Abzweigung im Fallrohr am Haus oder Schuppen in die Tonne leiten. Je nach Modell sammelt man darin bis zu mehrere Hundert Liter Wasser.
Wer den ganzen Garten mit Regenwasser versorgen will, sollte sich für eine unterirdische Zisterne entscheiden, die mehrere Tausend Liter fasst.

6. Natürliches Gärtnern:
Hübsche Vagabunden

Fingerhut (Digitalis purpurea) ist pflegeleicht und ein toller Blickfang, aber als zweijährige Pflanze von Natur aus kurzlebig. Wo er sich wohlfühlt, versamt er sich von selbst und wird somit Dauergast im Garten. Mit Überraschungsfaktor, denn die Samen werden vom Wind verstreut, sodass Fingerhut immer wieder woanders auftaucht. Wenn Dich das stört, gräbst Du die Jungpflanzen einfach aus und pflanzt sie woanders neu – aber im ersten Jahr, noch bevor die Pflanzen ihre tief reichenden Wurzeln ausbilden.

Fingerhut steckt Trockenheit gut weg, liebt aber halbschattige Standorte mit nahrhafter, humusreicher und gerne feuchter Erde. Der einzige Haken: Fingerhut ist in allen Teilen giftig. Ebenso wie Fingerhut breiten sich zum Beispiel Akelei und Spornblumen gern durch Selbstaussaat im Garten aus.

7. Pflanztöpfe recyceln

Als Hobbygärtner hat man viel mit Töpfen zu tun. Tontöpfe sind schwerer als solche aus Kunststoff, heizen sich aber nicht so sehr in der Sonne auf. Durch die porösen Tontopfwände bekommen die Pflanzenwurzeln mehr Luft, verdunsten aber auch mehr Wasser, weshalb die Pflanzen darin schneller austrocknen.

Beim Gießen mit Leitungswasser können sich bei Tontöpfen Kalkausblühungen bilden. Wegschmeißen ist aber keine gute Option: Die Ablagerungen lassen sich zum Glück leicht mit einer Bürste entfernen, nachdem man die Töpfe über Nacht in Kartoffelkochwasser samt Kartoffelschalen eingeweicht hat.

Sogar kaputte Tontöpfe lassen sich als Scherben weiterverwenden, die man beim Bepflanzen anderer Töpfe auf das Wasserabzugsloch legt. Ausrangierte Kunststofftöpfe wandern dagegen in den Gelben Sack.

Unterwegs in Sachen Natur

Auch beim Pflanzenkauf kannst Du schon einen wertvollen Beitrag zur Natur und Schonung des Klimas leisten, indem Du auf die Herstellung und Lieferkette der Pflanzen achtest.

Wir bei BAUHAUS sind gemeinsam mit unseren Partner-Gärtnereien schon seit vielen Jahren in Sachen Natur unterwegs. So wird beispielsweise auf bienengefährliche Stoffe wie Glyphosat oder Neonicotinoide vollständig verzichtet. Auch die Pflanzen-Logistik hat das anspruchsvolle Ziel CO2-neutral zu werden. Es muss also das, was die LKWs an CO2 freisetzen, an anderer Stelle wieder eingespart werden. Hierfür wurde die LKW-Flotte erneuert und auf bestmöglichen Verbrauch und Schadstoffausstoß getrimmt. Gleichzeitig wurde das Firmengelände mit 20.000 Quadratmetern Solarpanelen überbaut was den Stromverbrauch von mehr als 300 Haushalten deckt.

Hier möchten wir unsere Partner-Gärtnereien und deren Nachhaltigkeits-Initiativen kurz vorstellen.