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So legst Du erfolgreich einen Kompost an

Hol Dir den Kraftstoff für den Garten: Wenn Du der Natur Deine pflanzlichen Abfälle schenkst, schenkt sie Dir im Gegenzug Gartendünger. Der Kompost verwandelt pflanzliche Abfälle in wertvollen Humus – den optimalen Nährboden in Pflanzkübeln und Beeten oder für Bäume und Rasen.

Warum sich Kompostieren lohnt, wie man einen Komposter in Betrieb nimmt, und alles weitere Wissenswerte erfährst Du hier.

Warum sich Kompostieren lohnt

Die Abfallmenge reduzieren und dafür nährstoffreichen, umweltfreundlichen Dünger erhalten: Kompostieren ist eine Win-win-Situation für Natur und Gartenbesitzer. Durch die Verwertung biologischer Abfälle kann der entsorgungspflichtige Anteil deutlich verringert werden.

Mancherorts wird das sogar finanziell belohnt: mit Nachlässen bei den Müllgebühren oder Zuschüssen für die Kompost-Anlage. Diese produziert dann bei richtiger Anwendung und Pflege kostbaren Humus, der für die Fruchtbarkeit des Bodens und damit für optimales Pflanzenwachstum so wichtig ist. Denn seine lockere Struktur sorgt für optimale Wasserspeicherung im Erdreich und eine gute Belüftung der Wurzeln.

Kompost anlegen: Die Wahl des richtigen Standorts

Zunächst einmal sollte die Stelle leicht erreichbar sein, auch mit der Schubkarre. Wenn möglich, ist eine direkte Nähe zur Küche empfehlenswert, da hier ein Großteil an Material anfällt. Ein Komposthaufen, auch Kompostmiete genannt, sollte nicht in Senken oder Gruben angelegt werden, denn hier droht Staunässe. Diese behindert die Durchlüftung, was zu unerwünschter Fäulnis führen kann.

Nimm auch Rücksicht auf Deine Nachbarn und wahre genügend Abstand zu deren Haus oder Terrasse. Ideal ist ein halbschattiger, windgeschützter Platz, dessen Boden schon humusreich ist. So können die für den Verrottungsvorgang wichtigen Kleinlebewesen besser in Deinen Kompost „einziehen“.

Welcher Komposter ist der richtige?

Der Klassiker unter den Kompost-Anlagen ist die Kompostmiete – also der altbekannte Komposthaufen. Die Miete sollte an der Basis ca. 1,5 m breit sein und nicht höher als 1 m geschichtet werden. Sie kann in der Länge variieren, denn an einem Ende wird der Abfall aufgeschichtet, am anderen die fertige Komposterde entnommen.

Platzsparender ist ein Lattenkomposter aus Holz. Verwende dafür eine Holzart, die den Verrottungsprozess des Kompostes möglichst gut verträgt, z. B. Lärche. Die verwitterungsfreie Alternative: Metallrahmen.

Eine weitere robuste Variante sind Thermokomposter. Sie sind aus Kunststoff gefertigt, mit Deckel ausgestattet und in besonders kompakten Größen erhältlich.

Den Kompost in Betrieb nehmen

Die grundlegende Schicht wird aus groben Materialien gebildet, wie Ästen und Zweigen. Sie halten den Komposthaufen auf Abstand zum Boden, sodass genügend Sauerstoff die darin arbeitenden Organismen erreicht.

Nun können abwechselnd ca. 10 cm hohe Schichten aus grünen (stickstoffreichen) und braunen (kohlenstoffreichen) bzw. feuchten und trockenen Materialien aufgetragen werden. Grüne Zugaben sind z. B. Grasschnitt, Eierschalen und weitere biologische Küchenabfälle. Braune Materialien sind Laub, klein gehäckselte Holzreste oder Stroh.
Dazwischen darf gern auch immer wieder Erde und – bei der Erstanlage – Kompoststarter gemischt werden.

Komposthaufen im Querschnitt – die einzelnen Schichten

Klicke auf die einzelnen Punkte für weitere Infos.

Dünne Decke aus Laub, Stroh bzw. großen Blattpflanzen wie Kürbis oder Rhabarber

Rohe Gemüse- und Obstreste sowie geeignete Küchenabfälle

Trockene braune Gartenabfälle wie Herbstlaub

Feuchte grüne Gartenabfälle wie frisches Laub, Rasenschnitt oder Pflanzen

Grobe Gartenabfälle wie Gehölzschnitt oder harte Pflanzenstängel

Grundlage aus reifem Vorjahreskompost

Vom Grünabfall zum Kompost – wie funktioniert das genau?

Beim Kompostieren wird aus Abfall wertvolle Erde. Wie das genau geht – und wie man erkennt, dass der Kompost fertig ist.

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Welche Arbeiten am Kompost fallen an?

Prinzipiell erfreulich wenige: Du solltest immer wieder darauf achten, dass genügend Luft Deinen Kompost erreicht. Gönne ihm dazu gelegentlich eine grobe Schicht aus Rindenmulch, Reisig, Stroh oder Ästen. Sie bringen wieder etwas Abstand zwischen die Abfallschichten und den Organismen Luft zum Atmen. Bedenke: Mit der Zeit sackt der Haufen in sich zusammen und verdichtet sich. Das verschlechtert die Sauerstoffzufuhr.

Deshalb muss der Kompost ca. 2 Monate nach Beginn der Verrottung umgesetzt, also gründlich durchgemischt und neu aufgesetzt werden. Achte auch immer auf den Feuchtigkeitsgrad Deines Komposthaufens. Bei längeren Regenperioden sollte er abgedeckt, bei Trockenheit gelegentlich gegossen werden.

Reifegrade und Einsatz des Komposts

Bei der Reife von Kompost werden drei Stadien unterschieden: Frischkompost, Reifekompost und Komposterde.

Frischkompost befindet sich nach ca. drei Monaten noch in einer frühen Phase des Verrottungsprozesses, weshalb viele der zugegebenen Materialien noch erkennbar sind. Dennoch kann er für Kulturpflanzen, die viele Nährstoffe benötigen, bereits verwendet werden: z. B. Tomaten, Kartoffeln oder Gurken. Empfindlichen Pflanzen und Wurzeln oder Setzlingen kann er aufgrund seines Säuregehalts allerdings schaden.

Reifekompost entsteht nach ca. 6 bis 12 Monaten. Er hat eine dunkle, fast schwarze Färbung, riecht nach Walderde und enthält nur wenige Reste des kompostierten Materials, z. B. Stücke von Eierschalen.
Idealerweise wird er vor der Verwendung gesiebt. Dann ist er die ideale Beimischung für alle Rasen- und Gartenflächen, Gemüsebeete oder Topferde.
Beachte: Reifekompost ist sehr nährstoffhaltig. Um Überdüngung zu vermeiden, sollte er immer flach und flächig eingearbeitet, nicht eingegraben werden.

Unbedenklicher ist die Komposterde. Sie unterliegt einem noch längeren Reifeprozess, bei dem die Düngewirkung langsam nachlässt. Deshalb kann Komposterde für alle Pflanzen eingesetzt werden. Ausgebracht wird das selbst erzeugte Düngemittel am besten im Frühling oder Sommer: Boden gründlich auflockern und ca. 2,5 bis 3 Liter Komposterde pro Quadratmeter zugeben.