Vom Grünabfall zum Kompost –
wie funktioniert das genau?

Aus Abfall wird Erde: In freier Natur, z. B. im Wald, ist das ein ganz normaler Kreislauf. Im Komposthaufen läuft dieser Vorgang auf komprimiertem Raum höchst effizient ab.

So wird aus Grünabfällen Kompost

Die eigentliche Arbeit der Umwandlung aller Grünabfälle in verwendbaren Kompost übernehmen Makro- und Mikroorganismen. Einerseits wird das Material von Würmern und Insekten mechanisch zerkleinert und verdaut, andererseits schließen Bakterien und Mikropilze die Bioabfälle chemisch auf. Dadurch werden alle Kohlenhydratverbindungen sowie Holzanteile zersetzt und die Stickstoffverbindungen und Mineralstoffe frei verfügbar für Pflanzen.

Während der Aktivität der Mikroben werden komplexe, energiereiche Moleküle in Wasser, Minerale und andere Nährstoffe aufgespalten. Dabei wird Energie in Form von Wärme frei und der Vorgang beschleunigt sich. Die Wärme kann 40 – 60 °C erreichen, was hilfreich gegen vorhandene Unkräuter sein kann.

Vorsicht bei frischem Grasschnitt: Er kann sich so stark erhitzen, dass er sich selbst entzündet, also nur angewelkt beimengen.

Kompostpflege im Sommer

Damit die Mikroorganismen in Deinem Kompost auch an heißen Sommertagen organisches Material in wertvollen Humus umwandeln können, benötigen sie ausreichend Feuchtigkeit und Temperaturen unter 80 °C. Andernfalls legen sie eine Ruhepause ein.

Bevor Du Deinen Kompost neu errichtest, ist es also schon im Vorfeld sinnvoll, einen halbschattigen, möglichst windgeschützten Standort auszuwählen. An einem zugigen Platz trocknet das wertvolle Material schneller aus. Optimalen Schutz bietet das Abdecken mit einem luft- und wasserdurchlässigen Vlies. Es reduziert die Verdunstung bei großer Hitze und verhindert, dass der Kompost bei starkem Regen durchnässt wird. Denn auch hierdurch kann das Verrotten ins Stocken geraten. Zur Beschwerung an windigen Tagen legst Du einfach ein paar Holzlatten auf das Vlies.

Bei anhaltenden hochsommerlichen Außentemperaturen solltest Du Deinen Kompost gelegentlich „gießen“. Auf diese Weise wird der Austrocknung vorgebeugt – die fleißigen Mikroorganismen werden es Dir mit der Produktion von erstklassigem Humus danken.

Kompostieren – die einzelnen Schritte im Überblick:

1. Das richtige Material

Als Basis eignen sich zerkleinerte Zweige, Äste oder Heckenschnitt. Optimal ist es, auf diese Lage 2 bis 3 Eimer reifen Kompost aufzutragen. Im Anschluss kann das kompostierbare Material (pflanzliche Küchen- und Gartenabfälle) folgen.

2. Zerkleinern/ Mischen

Alle Abfälle müssen zerkleinert werden, denn die zahnlosen Mikroben und Kleinstlebewesen können nur zerfaserte Nahrungsoberflächen mithilfe von Verdauungsenzymen aufnehmen. Zerkleinerte, gut gemischte Rohstoffe werden am besten und schnellsten verarbeitet.

3. Der Komposter

Zur Auswahl stehen sowohl offene Systeme (Komposthaufen (sogenannte „Miete“), Draht- oder Lattenkomposter) als auch geschlossene Schnell- oder Thermokomposter.

Bei offenen Systemen erfolgt der Wasser- und Luftaustausch natürlich und abhängig von der herrschenden Witterung. Bei kleineren zu kompostierenden Abfallmengen verhindern geschlossene Seitenwände eine zu schnelle Austrocknung und Abkühlung des Komposts.

4. Bakterien, Pilze und Co.

Für die Kompostierung sind vor allem Bakterien, Pilze und einige höhere Organismen von Bedeutung.

Würmer, Insekten und Spinnentiere besiedeln den Kompost erst gegen Ende des Rotteprozesses. Durch Fraß, Ausscheidungen und Wühltätigkeit beeinflussen sie in erster Linie die physikalischen Eigenschaften des reifen Komposts.

5. Umsetzen zur Durchlüftung

Während der Verrottung fällt der Kompost zusammen. Dadurch wird den Mikroorganismen Sauerstoff entzogen.

Jetzt heißt es durchmischen und umsetzen. Alles, was oben war, kommt nach unten. Äußeres wird nach innen geschaufelt und umgekehrt. Die Oberfläche abschließend möglichst mit einer dünnen Erd-, Laub- oder Strohschicht abdecken.

6. Absieben: Trennen von Erde und Abfallresten

Sinkt die Komposttemperatur deutlich ab, ist der Kompost fertig. Wenn Du auf sehr feine Erde Wert legst, siebst Du den Kompost beim Umsetzen mithilfe eines Durchwurfsiebes und entsorgst das Grobmaterial.

7. Endprodukt: Kompost

Kompost oder Humusdünger ist im Sommerhalbjahr nach 4 bis 6 Monaten „gereift“. Länger als ein Jahr sollte Kompost nicht lagern, da sich die wertvollen organischen Substanzen sonst abbauen.

8. Einsatz als Bodenverbesserer

Der fertige Kompost sollte nicht tiefer als 5 bis 10 cm in den Boden eingearbeitet werden – am besten in der Zeit von Frühjahr bis Sommer. Eine Ausbringung vor dem Winter ist nicht sinnvoll, da dann zu viele Nährstoffe ausgewaschen werden.

So legst Du erfolgreich einen Komposthaufen an

Warum sich Kompostieren lohnt, wie man einen Komposter in Betrieb nimmt, und alles weitere Wissenswerte erfährst Du hier.

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