Blauer VW Bulli mit offener Tür von der Seite

Camper Ausbau: vom Kleinbus
zum individuell ausgestatteten Kult-Fahrzeug

Die Hamburger „Bullifaktur“ macht aus Campingbussen ein wahres Lieblings-Zuhause – mit maßgeschneiderten Modulmöbeln in individuellem Design. Wir stellen das junge Unternehmen vor.

Aaron sitzt vor einem PC-Monitor Aaron sitzt vor einem PC-Monitor

Erst an den Computer, dann an den Camper

Der Traum vom Zuhause auf vier Rädern beginnt am PC. Vorm Monitor treffen die individuellen Wünsche des Kunden erstmalig auf die Empfehlungen der Bullifaktur und werden anschließend in ein 3D-Programm auf dem Computer überführt. „Das kommt gut an“, sagt Unternehmens-Chef Aaron Rauth. „Auf diese Weise können die Kunden sehen, wie ihr Fahrzeug später aussehen wird.“

Schließlich gilt es viele Faktoren zu berücksichtigen: Möchte der Kunde im Wagen kochen? Hat er viele große Sportgeräte dabei, die verstaut werden müssen? Wie viel Platz dürfen die Schlafplätze einnehmen? Erst nach einer ausgiebigen Vorplanung am PC geht das Bullifaktur-Team ans Werk und beginnt mit dem Camper-Ausbau.

Dennis und Aaron von der Bullifaktur laufen in Richtugn Kamera Dennis und Aaron von der Bullifaktur laufen in Richtugn Kamera

Zwei Freunde, eine Leidenschaft

Dennis und Aaron, die beiden Chefs der „Bullifaktur“, kennen sich seit ca. zwei Jahren. Dennis benötigte eine Fräse für den Ausbau seines Bullis, gemeinsame Bekannte vermittelten den Kontakt zu Aaron. Schon bei ihrem ersten Treffen war klar: Sie teilen dieselbe Leidenschaft – die Begeisterung für den individuellen Ausbau von Kleinbussen.

Mit der Gestaltung eines kleinen Campers begann die Erfolgsgeschichte der beiden Kreativköpfe. Die Aufgabe: ihn so umzubauen, dass neben dem Bett noch Platz für ein Motorrad ist. Den Umbau-Prozess hielt Dennis auf einer eigenen Website fest – und bekam weitere Anfragen. Schließlich besuchten Dennis und Aaron mit einem ihrer ersten Busse eine Fachmesse für Camper in Wolfsburg.
Das kritische Fachpublikum war begeistert. Seither gehen regelmäßig Aufträge ein – von kleinen Änderungen bis hin zur kompletten Neugestaltung eines Innenraums.

Drei Teammitglieder der Bullifaktur stehen vor Heck eines Bullis Drei Teammitglieder der Bullifaktur stehen vor Heck eines Bullis

Jeder hat sein Spezialgebiet

Mittlerweile gehören schon zehn Tüftler zum Bullifaktur-Team. Dabei hat jedes Teammitglied seinen eigenen Schwerpunkt.

Lars Schmidt beispielsweise ist nach seiner Ausbildung zum Kfz-Mechaniker als Spezialist für Fahrzeugtechnik und Karosserie im Einsatz. Er ist in der Bullifaktur für den Einbau von Faltdächern sowie Arbeiten am Fahrgestell zuständig.
Hinzu kommen Experten wie Tischlerin Luisa Prussas. Sie entwirft in der unternehmenseigenen Container-Werkstatt individuelle Möbel und baut diese anschließend in das Fahrzeug des Kunden ein.

Thomas Neumann hockt in Bulli und schraubt an Holzplatte Thomas Neumann hockt in Bulli und schraubt an Holzplatte

Vom Rohling zur Endmontage

Doch zurück an den Rechner: Nach der Vorplanung entstehen Konstruktionspläne für jedes einzelne Modul. Aus diesen werden beispielsweise Stangenprofile aus Aluminium zugeschnitten, die später als „Skelett“ für das jeweilige Möbelstück dienen. Anschließend werden die Korpusse mit Multiplexplatten geschlossen. Das Besondere: Jede Platte verfügt über eine spezielle Resopalbeschichtung, um Beschädigungen während der Montage zu verhindern.

Für ein individuelles Finish sorgen hochwertige Paneele aus Birkenholz, die jedem Modul seinen einzigartigen Look verleihen. Der finale Einbau erfolgt in der Montagehalle. Quereinsteiger Thomas Neumann, ursprünglich Videoproduzent, nutzt sein technisches Fingerspitzengefühl und bringt die mobilen Möbel an ihre endgültige Position im Fahrzeug.

Schwarzer Bulli wird in Werkstatt gefahren Schwarzer Bulli wird in Werkstatt gefahren

Vorher ausprobieren? Gute Idee!

Neben Umbauaufträgen erhält die Bullifaktur auch Mietanfragen für individuell umgebaute Fahrzeuge. „Viele Kunden wollen diese Art zu reisen erst einmal ausprobieren, bevor sie Geld investieren“, sagt Aaron.

Gemeinsam mit einem Hamburger Volkswagen-Händler plant er derzeit einen Prototyp, den Interessenten zum Testen mieten können. Hat der Probe-Urlaub gut funktioniert und der Kunde möchte sich ein Fahrzeug kaufen, steht das Bullifaktur-Team bereit – bis hin zur Abnahme beim TÜV.

Das emotionale Highlight ist die Übergabe an den zukünftigen Besitzer. „Manchmal fließen Tränen“, erzählt Dennis. Freudentränen selbstverständlich.

Du bist neugierig geworden? Hier geht's zur Bullifaktur online: https://bullifaktur.de/

So verschönerst Du
Dein fahrbares Zuhause

Du bist auf den Geschmack gekommen und möchtest selbst Hand an Deinen Camper anlegen? Bitte schön:

  • Fliesen eignen sich hervorragend, um eine Küchenzeile zu verschönern. Wer vor dem Verkleben und Verfugen zurückschreckt, kann auf Fotofliesen zurückgreifen.

  • Unzufrieden mit der alten Sitzbank? Bevor Du in Bezüge investierst, kannst Du mit neuen Kissen so manche Farbsünde kaschieren.

  • Auch bei Holzflächen in einem Camper gilt: Nur gut gepflegt bleibt es auf Dauer schön und natürlich. Hellt es sich jedoch auf, ist es Zeit, nachzuölen. Bio-Hartholzöle sind gänzlich frei von Schadstoffen und betonen die Struktur des Holzes.

  • Ob neuer Duschvorhang oder Fußmatte für den Eingang: Mit Textilien lassen sich „unschöne“ Stellen verstecken, und der Behaglichkeits-Faktor steigt spürbar an.

Du wagst Dich an größere Projekte und möchtest die Möbel Deines Campers streichen? Wähle Deinen Lieblings-Farbton aus und achte auf den Untergrund. Echtes Holz muss vor dem Anstrich geschliffen werden. Sonst hilft Dir eine Grundierung. Wir empfehlen den Einsatz eines Farbsprühgerätes, um ein ebenmäßiges Finish zu erzielen.