Die weltweite Suche
nach bedrohten Pflanzen

Carlos Magdalena ist ein Jäger und Sammler. Seine Mission: gefährdete Pflanzenarten finden und retten. Er ist auf der ganzen Welt unterwegs, um Samen und Stecklinge kleinster Blumen bis hin zu denen riesiger Bäume zu sammeln, die vom Aussterben bedroht sind. In der Londoner Forschungsstelle für Botanik, Kew Gardens, erforscht und vermehrt er sie.

Es gibt etwa 400.000 Pflanzenarten, und jede fünfte davon ist bedroht.

Carlos Magdalena, Pflanzenjäger
Carlos Magdalena untersucht eine seiner Pflanzen Carlos Magdalena untersucht eine seiner Pflanzen

Carlos Magdalena ist ausgebildeter Chefgärtner von Kew Gardens in Londons Südwesten. Er ist ein Macher. Handelt lieber, statt zu reden.

Deshalb reist der gebürtige Spanier zu den entlegensten Orten der Welt. Er durchquert Dschungel und Wüsten, klettert auf Bäume und schwimmt in Gewässern, um Samen zu sammeln oder Stecklinge zu gewinnen.

Zu seiner „Sammlung“ gehört die kleinste Seerose der Welt ebenso wie Bäume, deren Wurzeln sich über 50 Meter erstrecken.

Eines haben alle Pflanzen gemeinsam: Sie sind vom Aussterben bedroht. Was treibt ihn an?

Titanwurz im Gewächshaus von Kew Gardens Titanwurz im Gewächshaus von Kew Gardens

Es ist der Wunsch nach einer besseren Zukunft. „Es gibt etwa 400.000 Pflanzenarten, und jede fünfte davon ist bedroht“, sagt Carlos. „Von bedrohten Tierarten hört man oft, aber der Schlüssel zu unserer Zukunft sind vor allem die Pflanzen. Sie produzieren den Sauerstoff, ohne den wir nicht existieren können. Und sie liefern uns alles, was wir benötigen – Nahrung, Kleidung, Medizin und vieles mehr.“

Deshalb entwickelt der Botaniker ganz neue Vorgehensweisen, um bedrohte Pflanzen zu vermehren und gegen Krankheiten zu behandeln. Die Diskussion um den Klimawandel und die Erderwärmung sieht er aus einem gänzlich anderen, weniger politischen Blickwinkel.

Die Ursache von Umweltverschmutzung, Hungersnöten und Naturkatastrophen sei doch in vielen Fällen sehr einfach, sagt der Pflanzenjäger: „Wir haben seit der industriellen Revolution den Jahrtausende alten Kontakt zur Natur verloren.“

Dass er niemals aufgibt, hat Carlos Magdalena inzwischen berühmt gemacht. Die Presse nennt ihn liebevoll „Pflanzen-Messias“ oder „Indiana Jones der Treibhäuser“.

Großes Gewächshaus in Kew Gardens von außen Großes Gewächshaus in Kew Gardens von außen

Gemeinsam mit 20 Mitarbeitern studiert und kultiviert er bedrohte Pflanzen in einem Gewächshaus in Kew Gardens.

Der historischen Bedeutung seiner Wirkungsstätte ist er sich bewusst. Die 132 Hektar großen Royal Botanic Gardens von Kew, 1759 gegründet, waren nie einfach nur als Lust- und Wandelgarten geplant, erzählt er.

Großbritanniens König George II, seine Frau Caroline und auch deren Nachfahren wussten die Bedeutung der Artenvielfalt und förderten hier eine Forschungseinrichtung, die Weltruf erlangte.

Pflanzenjäger Carlos Magdalena vor Seerosen-Becken Pflanzenjäger Carlos Magdalena vor Seerosen-Becken
Jeff Eden © Royal Botanic Gardens, Kew

Weshalb Carlos Magdalena weit über die Grenzen des Vereinten Königreichs hinaus bekannt und einer der prominentesten Botaniker ist, zeigt die Geschichte, wie er Nymphaea thermarum, eine lediglich zwei Zentimeter große Seerose aus Ruanda, mit knapper Not vor dem Aussterben rettete.

„Seerosen leben ganz oder teilweise unter Wasser. Von diesem speziellen Exemplar haben Botaniker oft erfolgreich Samen gekeimt, aber die winzigen Blätter starben stets ab, bevor sie die Wasseroberfläche erreichten“, erzählt er.
Nur noch fünf Sämlinge gab es. Weltweit. Also begann der Pflanzenjäger zu experimentieren, um ihr Wachstum zu beeinflussen.

An jeder Stellschraube hatten Forscher zuvor bereits gedreht: Temperatur, pH-Wert des Bodens oder des Wassers sowie die Salzkonzentration. Eines Abends, als er Tortellini in kochenden Wasser zubereitete, kam die Erleuchtung: „Die magische Zutat war Kohlendioxid. Da diese Seerose in heißen Quellen wächst, fehlte ihr das Gas, das sie zum Überleben braucht. Ihre Blätter dürfen nicht unter Wasser liegen.“ Die Seerose wollte ganz einfach an die Luft.

So versorgst Du Deine Pflanzen
optimal mit Licht

Vorsicht Irrtum: Hell ist nicht gleich hell!
Dass es für uns Menschen hell genug ist, bedeutet noch lange nicht, dass auch eine Pflanze ausreichend Licht zur Photosynthese abbekommt.

Zum Vergleich: An einem wolkenfreien Wintertag stehen für Zimmerpflanzen gerade einmal 2000 Lux (das ist die Einheit, in der die Lichtintensität gemessen wird) zur Verfügung, ein sonniger Sommertag bringt es auf 100.000 Lux.

Wo sollten Zimmerpflanzen am besten stehen? Stell Deine Zimmerpflanzen am besten immer direkt an ein Fenster, das nach Süden ausgerichtet ist. Einige Zimmerpflanzen kommen mit sehr wenig Licht aus – zum Beispiel die Schusterpalme, die Calathea, Monstera, die Flamingoblume. Farne, Glücksfeder und Drachenbaum. Doch auch Exemplare, die normalerweise schattige Plätze vertragen, sollten im Winter in Fensternähe stehen.

Woran erkenne ich Lichtmangel? An ausgeblichenen Blättern, die schnell abfallen. Außerdem werden die Abstände zwischen den Blattknoten, also den neuen Trieben, größer.

Sind LED-Lampen für die Beleuchtung von Zimmerpflanzen geeignet? Ja! Sie können helfen, Deine Zimmerpflanzen gut und gesund durch den Winter zu bringen. Sie sind sehr effizient, benötigen wenig Strom und können zudem das spezielle Lichtspektrum abdecken, das Pflanzen zum Wachsen benötigen.

Ein weiterer Vorteil: Farbige LEDs können die Photosynthese der Pflanzen gezielt steuern. Das kurzwellige blaue Licht unterstützt zum Beispiel das Wachstum der Stängel und Blätter, während das rote langwellige Licht den Fokus eher auf die Blüte legt.

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