Anleitung: Teppich oder Vinylboden
von der Rolle verlegen

Von der Rolle auf den Boden: Vinyl- und Teppichböden machen Dir das Leben leichter: Sie sind nicht nur besonders strapazierfähig, es gibt sie auch in unzähligen Designs – so passen sie perfekt in jeden Raum.

Hier zeigen wir Dir, worauf Du beim Verlegen von Rollenboden achten musst.

Vinyl: Was ist besser, Klick-Vinyl oder Vinylboden von der Rolle?

Für Vinylböden stehen verschiedene Verlegevarianten zur Auswahl: Es gibt Klick-Dielen, selbstklebende oder lose verlegbare Vinylbeläge.

Bei der Entscheidung für eine der Arten sind der Untergrund und die Wohnsituation ausschlaggebend. Die Klebevarianten kommen vor allem als dauerhafte Lösung, z. B. in Eigentumswohnungen, zum Einsatz. Besonders in Kombination mit einer Fußbodenheizung sind sie vorteilhaft, da die feste Verbindung mit dem Untergrund für eine direkte Wärmeübertragung sorgt.

Klick-Dielen und lose verlegbare Böden eignen sich dagegen für Mietwohnungen, da sie schnell verlegt und genauso schnell wieder entfernt werden können.

Teppich: Was ist besser, Fliesen oder Auslegware?

Teppichfliesen sind einfach zu verlegen, robust, trittfreundlich und besonders komfortabel: Wenn einzelne Bereiche beschädigt sind, kannst Du einfach die betroffenen Elemente gegen neue austausche. Dank ihrem Trägermaterial – Glasvlies mit Schwerbeschichtung – liegen sie von selbst fest. Klebstoff oder Klebeband sind so überflüssig!

Für viel frequentierte und große Räume bietet sich Auslegware an. Ohne Wellen und Beulen liegt der Teppichboden dauerhaft schön, wenn er nicht nur lose verlegt ist, sondern fest am Untergrund haftet.

Dazu verklebst Du den Boden entweder vollflächig mit lösemittelfreiem Dispersionskleber oder benutzt eine flüssige Fixierung. Alternativ fixierst Du den Boden nur am Rand mit doppelseitigem Klebeband.

1

Den alten Bodenbelag restlos entfernen

Ein alter Bodenbelag ist nicht als Untergrund geeignet und muss vollständig entfernt werden. Schneide ihn dafür mit dem Teppichmesser mit Hakenklinge in schmale Streifen und ziehe ihn ab.

Lose Kleberreste kannst Du mit einer Spachtel entfernen, hartnäckige mit einem Multischleifer abschleifen.

Für größere Flächen kannst Du Dir auch einen professionellen Tellerschleifer ausleihen.

2

Den Untergrund vorbereiten

Anschließend musst Du alle Spalten und Risse im Untergrund mit Spachtelmasse ausgleichen.

Oft bietet es sich an, den kompletten Boden mit einem selbstausgleichenden Fließspachtel zu behandeln.

Wenn nur einzelne Bereiche betroffen sind, wird die Spachtelmasse mit der Kelle aufgetragen, trocknen gelassen und anschließend abgeschliffen.

Am Ende die Oberfläche mit Wasserwaage und Abziehlatte kontrollieren. Schleifstaub und alle losen Teile gründlich entfernen.

3

Die Verlegefläche grundieren

Wenn der Untergrundspachtel getrocknet ist, kann die Fläche grundiert werden. Sie muss dafür absolut sauber sein!

Zum Grundieren verwendest Du einen auf die Ausgleichsmasse abgestimmten Tiefengrund. Mische ihn in einem Kübel an und gieße ihn vom Rand zur Mitte der Fläche hin. Die Masse dann gleichmäßig mit dem Gummiwischer verteilen und komplett durchtrocknen lassen.

4

Bodenbelag grob zuschneiden

Erst wenn die Grundierung vollkommen durchgetrocknet ist, kannst Du mit dem Verlegen beginnen.

Als erstes schneidest Du den Bodenbelag grob zu – mit etwa 10 cm Überstand. Streiche eventuelle Falten glatt und gib dem Bodenbelag mindestens 24 Stunden, um sich zu akklimatisieren. Dabei legt er sich von selbst aus – ohne Wellen oder Knicke.

5

So schneidest Du Bahnen zu

Wenn die Raumbreite es erforderlich macht, den Boden in zwei Bahnen zu verlegen, entsteht eine Naht. mach Dir vorher Gedanken, wo diese am wenigsten auffällt.

Um Vermeiden, dass Farbunterschiede auffallen, sollte der komplette Boden von der selben Rolle geschnitten werden.

Lass Dir die Bahnen beim Kauf gleich in der richtigen Länge zuschneiden und denke an 20 cm Zugabe.

6

Verlegen der ersten Bahn

Jetzt kann's losgehen. Schneide den Bodenbelag an der Wand entlang ab. Im Idealfall hältst Du dabei einen Abstand von ca. 1 mm zur Wand ein, falls sich das Material noch ausdehnt.

Zum leichteren Einpassen den Falz in der Ecke vorher diagonal einschneiden. So bleibt beim Anpassen des Belags genügend Reserve zum Nachschneiden.

Für einen exakten Zuschnitt nimmst Du am besten ein scharfes Teppichmesser.

7

Verlegung der zweiten Bahn

Die zweite Bahn wird genauso verlegt – hier fängts Du auf der anderen Wandseite an.

Wenn der Belag ein Dekor hat, die zweite Bahn passend auf das Muster der ersten Bahn legen. Dem entstehenden breiten Überstand schneidest Du bis auf einen schmalen Streifen zurück und lässt den Belag wieder einige Stunden ruhen.

8

So wird die Stoßkante exakt

Damit der Zuschnitt der Stoßkante exakt wird, die beiden aneinandergrenzenden Bahnen aufeinander legen und beide zusammen durchschneiden.

Dann Verlegeklebeband unter der Schnittkante auf den Untergrund kleben und gründlich festreiben. Schutzpapier abziehen, die Bahnen darüberklappen und den Bodenbelag kräftig auf das Klebeband drücken.

Darauf achten, dass Du Klebebänder mit hoher Klebekraft verwendest.

9

Die ganze Fläche gut anpressen

Wenn der Boden an den Kanten zu den Wänden oder anderen Übergängen (z.B. Türöffnungen) zusätzlich fixiert
werden soll, kannst Du auch hier Verlegeklebeband verwenden.

HIer gehst Du vor wie an den Stoßkanten: Klebeband erst auf dem Untergrund befestigen und anschließend den Belag darauf ankleben.

Für eine optimale Haftung die Kanten mit dem Andrückroller fixieren.

Was bedeuten diese Symbole für Bodenbeläge?

Für Verlegung auf Treppen geeignet
Treppe:
Für Verlegung auf Treppen geeignet
Empfohlen bei zusätzlicher Belastung durch Stuhlrollen
Stuhlrolleneignung:
Empfiehlt sich bei zusätzlicher Belastung durch Stuhlrollen (DIN-Norm 61 131)
width=
Rutschsicherheit
Geprüfte Rutschfestigkeit (in trockenem Zustand)
Für Feuchträume geeignet
Feuchträume:
Für Feuchträume wie z. B. Bäder geeignet
Für Fußbodenheizung geeignet
Fußbodenheizung:
Für Fußbodenheizung geeignet, Wärmefluss wird nur geringfügig behindert
Antistatik
Antistatik:
Geeignet für Räume, die mit Computern und Terminals ausgestattet sind

Was bedeuten die Symbole zur Nutzungsklasse?

Geringe oder zeitweise Beanspruchung
Geringe oder zeitweise Beanspruchung
Privatbereich
Mittlere Beanspruchung
Mittlere Beanspruchung
Privatbereich
Starke Beanspruchung
Starke Beanspruchung
Privatbereich