Grundwissen Wände streichen:
Worauf Du achten musst

Farbe ist der schnellste Weg, um Räume optisch grundlegend zu verändern. Selbst streichen ist kein Hexenwerk – auf ein paar Dinge sollte man allerdings achten. Wir verraten, welche.

5 gute Gründe fürs Streichen

  • Lässt sich mit etwas Grundwissen, handwerklichem Geschick und Zeit selbst erledigen
  • Mit Farbe kann man schnell ein anderes Ambiente erzielen: Streichen kannst Du nicht nur klassisch die ganze Wand, sondern auch nur Teile davon, mit und ohne Spezialeffekte
  • Streichen ist relativ günstig und kann von einer einzelnen Person erledigt werden
  • Späteres Überstreichen ist problemlos möglich
  • Nur mit Farbe versehen, kann die Wand besser atmen als mit Tapete – das kann Schimmel vorbeugen

Wichtig: Ein zweiter Anstrich darf erst dann erfolgen, wenn die erste Farbschicht komplett getrocknet ist.

Gut zu wissen: Kalk- oder Silikatfarben wehren Schimmel von Natur aus ab – sie bieten ihm keinen Nährboden.

Vor dem Streichen: Untergrund prüfen!

Je nachdem, in welchem Zustand Deine Wände sind, wird der Anstrich leichter oder schwerer. Entscheidend ist auch, ob darauf Putz, alte Farbe oder Tapete existiert.

Putz überstreichen: Welche Farbe ist die richtige?

Wenn Du Putz überstreichen willst, ist wichtig, was für eine Art Putz es ist. Du solltest ihn nur mit einer passenden Farbe überstreichen.

Reiner Zementputz lässt sich mit Dispersionsfarbe streichen. Kommt ein Kalkanteil dazu, wie oft bei Sanierungen, solltest Du Kalk- oder Silikatfarben in Betracht zu ziehen.

Tapeten überstreichen – was muss ich beachten?

Festsitzende Tapete ohne Schäden lassen sich prima mit Dispersionsfarben streichen.

Ausnahmen sind Fototapeten, wegen ihrer extrem glatten Oberfläche; hier heißt es entweder kräftig aufrauen oder mithilfe von Wasserdampf abziehen. Gleiches gilt für stark strukturierte Tapeten, deren Profil sich nur schwer überdecken lässt.

Altanstrich überstreichen

Manche alten Farben sind regelrecht „abweisend“ gegenüber neuen Farbschichten. Vor allem Kalk- und Leimfarben kann man fast nur mit anderen Kalk- und Leimfarben überstreichen.

Wie erkenne ich Kalk- und Leimfarben?

Alte Kalkfarben erkennt man beim Darüberstreichen mit feuchten Fingern am leichten Abfärben in Verbindung mit dem Aufsaugen der Flüssigkeit. Leimfarben dagegen erzeugen bei dieser Probe eine Art „schleimige“ Schicht, da die Leimbindung durch das Wasser gelöst wird.

Kalk- und Leimfarben überstreichen

Kalkfarbe muss zunächst kräftig abgebürstet und dann grundiert werden. Alternativ kannst Du sie auch wie die Leimfarbe mit Schwamm oder Quast abwaschen bzw. einweichen und anschließend abspachteln.
Anschließend kannst Du Dispersionsfarbe auftragen. Eine Alternative für mineralische Untergründe ist Silikatfarbe, die sich durch Verkieselung fest mit diesen verbindet.

Latexfarbe überstreichen

Latexfarbe – als Sonderform der Dispersionsfarbe – ist in matter Ausführung meist auch mit anderen Sorten abdeckbar, bei glatten Latexoberflächen muss vorher angeschliffen werden. Dafür ist diese Anstrichart besonders abrieb- und wasserfest.